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Architekturmonat Juni

Protestkundgebung gegen den Abriss des Plenarsaals in Hannover am 7. Juni 2010 Sid Auffarth spricht zu den Teilnehmern der Protestkundgebung

Die Vorstellung der Hannover City 2020 Wettbewerbsergebnisse, Protest gegen den Plenarsaalabriss vor dem Opernhaus, ein Symposium zur Baukultur, viele Vorträge und Veranstaltungen im Rahmen der Architekturzeit und der Tag der Architektur 2010 - der Juni ist wahrlich ein Architekturmonat in Hannover. Dazu kommt noch die lange Nacht der Museen am heutigen Samstag, die zwar nicht direkt eine Architekturveranstaltung ist, an der sich aber auch die Architektenkammer am Friedrichswall beteiligt und bei der man als Besucher einige interessante Bauwerke erleben kann, wie zum Beispiel das Sprengel Museum, dessen zweite Erweiterung bevor steht oder das Historische Museum, entworfen von eben jenem Dieter Oesterlen, der auch für den vom Abriss bedrohten Plenarsaal verantwortlich ist.  

Angesichts der finanziellen Situation des Landes Niedersachsen und einiger juristischer Einsprüche gegen die Entscheidung des Parlaments den Plenarsaal durch einen Neubau zu ersetzen, hat sich die Umsetzung dieser Pläne vorläufig verzögert. Trotzdem haben sich am Montag bis zu zweihundert HannoveranerInnen zur Kundgebung am Opernhaus getroffen, um ihrem Unmut gegenüber diesen Plänen Luft zu machen. Begleitet von brasilianischen Sambaklängen wurde dabei nicht nur an den Jahrestag der "Roter-Punkt Aktion" erinnert, sondern auch die vierzigtausendste Unterschrift gegen den Abriss eingesammelt. Sid Auffarth, Vertreter des Bürgerbüros Stadtentwicklung, das den Protest koordiniert, konnte davon berichten, dass Unterschriften aus ganz Niedersachsen und sogar über die Landesgrenzen hinaus gewonnen werden konnten. Inzwischen wurden die Kisten mit den Unterschriften Landtagsdirektor Wolfgang Göke übergeben.
Noch am selben Abend gab es die nächste wichtige Veranstaltung für Hannover Zukunft: die Vorstellung der Preisträger der Wettbewerbe im Innenstadtentwicklungsprojekt Hannover City 2020. Im auf Grund des großen Interesses überfüllten Auditorium des Sprengel Museums wurden die siegreichen Entwürfe der einzelnen Interventionsorte von den verantwortlichen Teams erklärt und mit dem Publikum diskutiert. In der über drei Stunden andauernden Veranstaltung durften die Besucher eine euphorisierte Karin Kellner vom Büro Kellner Schleich Wunderling erleben, die mit ihrem Team den ersten Preis für die Umgestaltung des Leineufers gewinnen konnte. Auffälligste Idee ist dabei die symbolische Aufnahme der historischen Furt in Form einer nah über der Wasseroberfläche schwebenden Brücke, wichtig aber auch eine bauliche Verknüpfung der Altstadt mit der Calenberger Neustadt, während sich der nur in dieser Kategorie vergebene zweite Preis stärker mit einer Verbindung zwischen den Herrenhäuser Gärten und dem Maschseeumfeld beschäftigt. Auch die anderen drei Preisträger konnten interessante Lösungen zum Klagesmarkt, zum Köbelinger Markt und zum Marstall präsentieren, die zusammen mit den Ergebnissen der anderen Teilnehmer derzeit in der Bauverwaltung neben dem Neuen Rathaus ausgestellt werden.
Orte wie der ehemalige Hauptgüterbahnhof und der ZOB am Raschplatz waren dagegen kein Thema des Prozesses und es bleibt eine Herausforderung auch für diese Bereiche der Innenstadt zukunftsfähige Lösungen zu finden. Die Reihe der öffentliche Veranstaltungen zu Hannover City 2020 wird voraussichtlich Ende des Jahres eine Fortsetzung finden, dann möchte die Verwaltung vorstellen, was sie aus den Wettbewerbsideen gemacht hat.

Ab 18. Juni beginnt in Niedersachsen und damit auch in Hannover die Architekturzeit, über eine Woche lang gibt es dann Veranstaltungen, Vorträge und Aktion, die sich mit architektonischen Themen beschäftigen. So bietet in diesem Jahr die AG Stadtleben wieder eine ganze Reihe von Vorträgen an verschiedenen Orten an, die sich mit dem Zusammenwirken von Stadt, Arbeit und Gesellschaft beschäftigen. Der Bund Deutscher Architekten (BDA) zeigt in Zusammenarbeit mit der FH Hannover eine Fotoausstellung in der westlichen Unterführung des Hauptbahnhofs, der Bund Deutscher Baumeister (BDB) ist mit einer Licht- und Klanginstallation in der Heinrich-Heine-Schule vertreten und im Kulturzentrum Pavillon am Raschplatz wird über die eigene Zukunft diskutiert.
Innerhalb der Architekturzeit liegt auch das 4. Symposium zur Baukultur, das am Mittwoch den 23. Juni einen Tag lang Baukunst und Nachhaltigkeit in Zeiten des Klimawandels thematisiert. Für das Symposium, das im Sheraton Hotel im Pelikan Viertel stattfindet, ist eine Anmeldung über die Architektenkammer bis zum 18. Juni notwendig. Die Teilnahme selbst ist aber kostenlos. Eine umfassende Liste der Veranstaltungen und Informationen zum Symposium findet sich auf der Internetseite der Architekturzeit.

Am Sonntag den 27. Juni folgt dann der Tag der Architektur 2010, an dem wieder etliche Projekte und Bauwerke von der Öffentlichkeit besucht und besichtigt werden können. Allein im Stadtgebiet von Hannover sind diese Mal 19 Anlaufpunkte vorgesehen, die von der Gartengestaltung über Geschäftsräume bis hin zu Wohnanlagen ein breites Spektrum an Angeboten bieten. An allen Objekten werden Führungen angeboten, die den Besuchern weitere Informationen bieten und die Möglichkeit für Rückfragen geben. Außerdem gibt es zwei Bustouren, die in der Zeit von 10-16 Uhr verschiedene Stationen anfahren. Ein umfangreiches Programmheft für den Tag der Architektur 2010 liegt derzeit an vielen Orten in Hannover aus, so zum Beispiel in der Architektenkammer.

Neben diesen ganzen Veranstaltungen gibt es auch weiterhin bis Vorlesungsende jeden Dienstagabend im Hörsaal der Architekturfakultät der Uni die Vorträge der Reihe Dienstags um 6, zu denen nicht nur Studenten, sondern jeder Interessierte Besucher eingeladen ist. Insgesamt ergibt das ein sehr großes Paket an Angeboten für jeden, der sich diesen Monat in Hannover für Architektur interessiert.

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Busse

Die Busse sind aber keine Ringlinie wie bei der Nacht der Museen, sondern zwei unterschiedliche Tagesausflüge. Nur um den Unterschied nochmal zu verdeutlichen.

 
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