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Ein Verein für den D-Tunnel
Seit einigen Monaten gibt es einiges an Bewegung und öffentlicher Aufmerksamkeit in der Region, wenn es um Hannovers Architektur- und Stadtentwicklung geht. Da ist zum einen das Projekt Hannover City 2020, das versucht neue Perspektiven für die Innenstadt zu entwickeln, da gibt es sehr kontroverse Diskussionen um den Plenarsaal des Niedersächsischen Landtags, den die aktuellen Nutzer abreißen und neu bauen lassen möchten, Widerspruch aber nicht nur aus der Stadt, sondern sogar aus Berlin und New York kommt und gibt es eine öffentliche Debatte über die Weiterentwicklung des hannoverschen Stadtbahnsystems.
Das Stadtbahnsystem in Hannover ist heute grob in vier Hauptlinien eingeteilt, namentlich A-, B-, C- und D-Line, die die äußeren Bezirke der Stadt mit dem Zentrum verbinden. Dabei fahren die Stadtbahnen im dichter bebauten Innenstadtbereich unterirdisch durch Tunnelsystem, entlang der Ausfallstraßen hingegen oberirdisch, meist auf einem eigenen Gleiskörper. Allgemein gilt dieses System als sehr vorteilhaft, verknüpft es doch die Aspekte einer U-Bahn im Zentrum mit den Kostenvorteilen einer Straßenbahn in den Randlagen. Es gibt nur ein Problem: das geplante Netz ist bisher nicht vervollständigt worden, und so gibt es noch immer Stadtbahnen, die auf ihrem Kurs die Innenstadt durchqueren müssen.
Als 1965 der U-Bahnbau begann war vorgesehen für die vier Hauptlinien Tunnel anzulegen, aber bis 1993 sind nur die A-, B- und C-Tunnel gebaut worden und bilden das heute bekannte U-Bahnnetz. Der D-Tunnel, der den Steintor über den Hauptbahnhof mit der Marienstraße verknüpfen sollte, wurde nicht realisiert. Erst vor der Expo 2000 kamen Überlegungen auf, diesen Tunnel im Rahmen des Anschlusses des Ausstellungsgeländes zu errichten, die Pläne wurden aber aus Zeit- und Geldmangel fallen gelassen. So kommt es, daß die Line 6, die eigentlich zur Bündelung der D-Line gehört, heute durch den C-Tunnel unter der Marienstraße zum Aegi fahren muss. Dieser Zustand, aber vorallen die unbefriedigende Situation der oberirdischen Stadtbahndurchquerung der Innenstadt der Linien 10 und 17 vom Aegidientorplatz über die Joachimstraße, den Ernst-August Platz und die Kurt-Schumacher-Straße, die bei Passanten, Anliegern und dem Netzbetreiber unbeliebt ist, hat vor einigen Monaten dazu geführt, daß erneut die Pläne für einen Bau des bisher fehlenden Tunnels auf den Tisch gekommen sind. Daneben wurden aber auch Pläne bekannt, die eine weiterhin oberirdisch geführte Trasse vorschlagen, die allerdings nicht mehr über den ganzen Ernst-August-Platz führt. Dabei zeichnet sich vorallem eins ab, städtebaulich ist die Tunnelvariante die sinnvollste Möglichkeit. Grade angesichts des parallel laufenden Prozesses um Hannover City 2020 ein wichtiger Punkt. Auch die Verknüpfung mit den anderen Stadtbahnlinien wäre mit der Tunnelvariante am besten gelöst. Problematisch hingegen sind die Investitionskosten, denen allerdings laut eines Gutachtens geringere Betriebskosten als bei einer oberirdischen Variante gegenüber stehen. Trotzdem konnten sich die verantwortlichen politischen Gremien bisher nicht zu einer Ausbauentscheidung durchringen. Statt dessen werden mit Forderungen nach Niederflursystemen, denen sogar ein Behindertenverband wiedersprochen hat, und oberirdischen Verlängerungsoptionen durch die Südstadt neue Probleme in die Diskussion getragen, die vom eigentlichen Kern der Debatte ablenken und eine Entscheidung weiter verzögern.
Um den Fokus wieder stärker auf den Innenstadtabschnitt der D-Line und die ihrer Meinung nach bisher zu wenig wahrgenommenen interessen der Bürger zu lenken, hat sich gestern Abend in Hannover der Verein Pro D-Tunnel gegründet. Wie der Name schon deutlich macht, sieht dieser Verein den Bau des Tunnels als sinnvollste Ausbauvariante an und wird sich in Zukunft darum bemühen, die Vorteile dieser Lösung den Verantwortlichen näher zu bringen. Wer sich über die Diskussion, den Verein oder eine Mitgliedschaft informieren möchte, findet auf der Website pro-d-tunnel.de und im dazu gehörigen Blog entsprechende Informationen und Kontaktmöglichkeiten.






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